Herbert Grassl

Herbert Grassl 

Herbert Grassl wird 1948 in Laas als viertes von 6 Kindern geboren. Erste musikalische Erfahrungen sammelt er in der Musikkapelle. Neben seiner Mechanikerlehre besucht er die Musikschule und kann erst nach dem Militärdienst in Italien sein Studium der Musikerziehung, später Chorleitung und Komposition am Mozarteum in Salzburg beginnen. Nebenbei erteilt Grassl Unterricht am Salzburger Musikschulwerk, der 1983 von seiner Lehrtätigkeit am Mozarteum abgelöst wird. Dem 1972 begonnenen Kompositionstudium bei Cesar Bresgen schließen sich weitere Studien bei Irmfried Radauer und Boguslaw Schaeffer an. Während dieser Zeit wird Grassl zweimal das österreichische Staatsstipendium verliehen. Bis zum Ruhestand 2009 lehrt Herbert Grassl als A.o. Univ. Professor am Mozarteum (Habilitation in Komposition 2004).

Dem OENM (Österreichisches Ensemble für Neue Musik) steht Grassl von 1988 bis 1997 als künstlerischer Leiter vor. Weltweite Auftritte, zahlreiche Uraufführungen und Zusammenarbeit mit namhaften Künstlern und Komponisten prägen diese Arbeit.

Mit dem Künstler Otto Beck entstehen 1991 die so genannten Klangmobile, pedal -angetriebene Dreiräder, die ein vollständiges Musikstudio transportieren und in zahlreichen Auffahrten öffentliche Plätze (u.a. Weltmusiktage Seoul, 1997) be-schallen.

In Zusammenarbeit mit dem Maler Jörg Hofer werden Projekte, wie z.B. die „Berührungen," (Aufführung im Göflaner Marmorbruch in 2250 m Seehöhe) realisiert.

Herbert Grassl

1995 erhält Grassl den Preis der Ersten Bank - Sparkasse und einen  Kompositionsauftrag („leicht verstimmt...") für  das Festival „Wien Modern," indessen Rahmen auch andere seiner Werke u.a. vom Arditti-Quartett, dem Wiener Klangforum und den Österreichischen Kammersinfonikern  vorgetragen werden. Im Jahr 2000 wird das Orchesterstück 7 bei den Weltmusiktagen in Luxemburg und auf der EXPO 2000 in Hannover mit dem Orchester des Saarländischen Rundfunks aufgeführt.

Im Jahre 2007 übernimmt Herbert Grassl die Leitung der von Professor G.M. Hofmann gegründeten und langjährig geführten Internationalen Paul HofhaymerGesellschaft.


Seine Werkliste umfasst 3 Opern: „Pygmalion", „Sheherazade," aufgeführt in den Opernhäusern von Kairo, Alexandria und Salzburg mit dem Österreichischen Ensemble für neue Musik, „Harisliz, die Fahnenflucht Tassilos“, UA. 2013 in Mattsee), 9 Orchesterwerke (RSO Wien, Mozarteumorchester, Haydnorchester Bozen Trient, Danziger Sinfonieorchester, Orchester des Saarländischen Rundfunks, Tiroler Sinfonieorchester) und Vokalwerke in verschiedensten Besetzungen. Das Oratorium „Überschreitungen" mit Texten von Juan Ramon Jimenez, Ausschnitten aus dem Ägyptischen Totenbuch und verschiedenen Psalmen wird im Brixner Dom, in der Kollegienkirche Salzburg und in der Stadtpfarrkirche Meran, mit dem Collegium Musicum, den Solisten Bernadette Furch und Radu Cojacariu unter der Leitung von Prof. Albert Anglberger aufgeführt.

Grassl verfasst eine große Anzahl von Werken für Kammermusik, Bläserensembles, Sologesang und Soloinstrumente. In letzter Zeit entstehen in Zusammenarbeit mit Prof. G.M. Hofmann und dem Germanisten Prof. Elmar Locher („Bücherwürmer Lana") Kompositionen für Vokalensembles und Lieder wie TENEBRAE, „Der Traum ist ein Papier" (Ernst Herbek), Ja simila pintura" (Jacapo da Lentini), „Von Liebe reden...," (Gemeinschaftskomposition mit Hossam Mahmoud) „Bald ist mir nimmer kalt..." (Norbert C. Kaser), „Wie soll ich meine Seele halten“ (Rilke) u.a..

2010 wird Herbert Grassl der große Kulturpreis für Komposition des Landes Salzburg verliehen.